Was mache ich im Rentenalter, wenn ich auf die 70 Jahre zugehe? Es geht immer mehr um Jesus selbst. Er ist mein Erlöser, mein Herr und Freund. Mein Wert als Gotteskind hängt nicht von meinen Dienstterminen ab oder von meiner „Arbeit für Jesus“. Ich bin dankbar dafür, noch dienen zu dürfen, aber es geht mehr um meine Beziehung zu Jesus. Darin will ich weiterwachsen.
„Hast du Zeit, mir einmal zuzuhören.“
Es ist wertvoll, wenn Jüngere fragen, ob man sie eine Zeitlang begleiten kann, als Zuhörer, als Fragensteller, als Mentor. In Beziehungen zu investieren, macht das Leben reich. Ich habe jetzt mehr Zeit, auch mal kurzfristig Menschen in ihrem Leben und ihrem Dienst im Reich Gottes zu begleiten und zu fördern.
„Es tut mir gut, dass wir regelmäßig beten.“
Da sind Menschen um mich herum, die in Lebenskrisen stecken und mit denen man eine Wegstrecke gehen kann, bis sie wieder Orientierung gefunden haben. Wir beten regelmäßig gemeinsam, und ich entdecke, dass sie nach einiger Zeit wieder Kraft gewinnen und vielleicht auch eine neue Ausrichtung im Leben und Mut im Glauben.
„Schön, dass du mich besuchst.“
Eine meiner Leidenschaften ist es, die älteren Geschwister zu begleiten. Jemand sagte: „Altwerden ist nichts für Feiglinge“. Ein großes Thema ist das Loslassen, wenn die Grenzen sich verkleinern, die Kraft abnimmt. Wir lernen das goldene „Aber“: „Wir müssen loslassen, aber wir werden nicht losgelassen.“
(siehe Hebräer 13,5)
Freiräume im Alltag zu haben, damit Gott uns die Menschen „vor die Türe stellt“, das ist ein Geschenk. Manchmal sind Tage frei und ich sage: „Jesus, ich bin gespannt, was du vorbereitet hast“. Dann kommt meist jemand „um die Ecke“ oder ich werde erinnert, wen ich länger nicht besucht oder angerufen habe. Unser Herr ist es, der unseren Alltag plant, gerade im Älterwerden. Und das gemeinsam mit Jesus, das ist gut so.
Günther Schulz, bis 2022 Missionsleitung IAM,
verheiratet und wohnhaft Nähe Dillenburg
E-Mail: g.schulz@iam-mission.de







